tag 2….ect
Tag drei Montag 8.9.
Ich sitze in unserer „Küche“ und warte darauf, dass ich wieder in mein Zimmer kann, weil dort die um sieben heute Morgen angekommene Carmen schläft. Unsere Küche befindet sich direkt im Flur und besteht aus einem nur halbwegs funktionierenden Gasherd einer Spüle, die wie alles andere hier auch nur zwei mal am Tag zwischen sieben und zehn Wasser hervorbringt, und einem ziemlich wackeligen Kühlschrank, der aber ein sehr gut funktionierendes Eisfach hat, wie ich anhand der Wasserflasche die irgendwer über Nacht wohl dorthin gestellt hatte feststellen konnte. Da sie aber im Kühlschrank lag als ich sie herausholen wollte, merkte ich erst, dass sie gefroren war, als kein Wasser herausfloss. Egal Abgesehen davon, dass wir nicht wie im Vertrag steht eine Waschmaschine, fließend Wasser, Internet und jeder ein eigenes Zimmer haben, ist die Lage der Wohnung echt super. Weil sie sehr hoch gelegen ist, kann man vom Balkon über die halbe Stadt sehen und direkt aufs mehr. Naja die halbe Stadt ist gelogen, weil es nur ein kleiner Streifen ist den man sieht. Direkt vor uns werden grad zwei neue kapitalistische Hochhäuser gebaut. Nicht so ein alter sozialistischer Russenbau in dem wir wohnen. Zehn Minuten entfernt ist eine U-Bahn Station und rund um uns befinden sich zahlreiche Ministerien. Baku ist sowieso grad im Um oder Aufbruch. Wenn ich aus dem Fenster sehe, sehe ich fünf Baustellen und auf dem Weg zur Bahn werden es vier mal so viel. Das ist echt unglaublich wie viele Baustellen es hier gibt. Gestern sind wir zu dritt nach dem Frühstück so um zwei mit der Bahn zum Meer gefahren, wo auch so ziemlich das Centrum ist und haben uns einfach mal auf eigene Faust die Stadt angesehen. Weil es so schwül warm ist kommt man aber ziemlich langsam voran und wir haben von der wunderschönen Altstadt noch nicht sehr viel gesehen. Sonst kann man sagen, das alle Repräsentativen Stätten, also die, die etwas mit der Regierung zu tun haben ein bisschen an Wien erinnern, also ziemlich pompös sind, abends angestrahlt und so weiter. Auf den Rest wir nicht so viel Acht gegeben es gibt unter anderem Miethäuser, die auch in Berlin stehen könnten, aber überall bröckelt es und generell ist alles super staubig. Man kann gar nicht genau beschreiben wie das Stadtbild genau aussieht. Es ist so ein Gemisch aus Russland Orient und Geld. Das Baku keine arme Stadt sieht man aber sofort. Kaum Leute die schlecht angezogen sind, kaum Bettler………
………ein paar Stunden später……..
Abends nachdem wir einen tollen Markt gefunden hatten, wo Gemüse und Obst bezahlbar ja sogar billig ist. Auf einem Platz werden Tomaten Melonen ect. Aus verschiedenen Autos und Kleinlastern verkauft. Got-sei-Dank spricht Cicek türkisch, sodass sie Azeri ganz gut versteht und wir vollbeladen wieder in der Wohnung angelangt sind.
Wo war ich? Sorry ich bin ein bisschen müde. Um 12 und 6 singt der Mullah aus der nahe gelegenen Moschee und die Bauarbeiter scheinen hier keine richtigen Arbeitszeiten zu haben, weil auch um 3 Uhr nachts gehämmert wird.
Ach ja Also: Abends sind wir dann nochmal so um 10 raus, weil in dem französischen REISEFÜHRER STAND; DASS IN Baku viel ausgegangen wird. Und siehe da es ist voll am Abend. Auch wenn hauptsächlich Männer auf den Straßen sind, kann man nicht sagen, dass Frauen nach 10 nicht mehr rausgehen. Es sind sogar viele Familien unterwegs, Pärchen und Gruppen von jüngeren Leuten. Aber ich habe keine rau alleine gesehen im Gegensatz zu tagsüber. Es gibt aber auch genug Frauen, die sagen, dass sie um acht zu Hause sein müssen. Das ist das interessante an Baku, dass es beides eng beieinander gibt. Wir sind dann zur Promenade (am Meer) und haben uns in eines der zahlreichen Cafes gesetzt. Das war echt nett, nur die furchbare russische Popmusik hat etwas gestört.