Hej
Sorry dass ich mich so lange nicht gemeldet habe.
1. Unser Trip nach Mingacevir: wir haben eine französische freiwillige hier in Baku getroffen, die schon fast ein Jahr hier ist und viel gereist ist. Marion hat uns erzählt dass zwei evs freiwillige in einer kleinen Stadt in der Mitte von Aserbaidschan leben und sich immer über Besucher freuen, weil es dort nicht so aufregend ist. Wir hatten ein paar Tage frei wegen der Wahlen (frag mich nicht warum es dann Ferien gibt aber der Präsident hat hier das recht immer und ohne Grund zusätzliche Ferienzeiten geben). Also dachten wir uns (Carmen und ich, die anderen mussten trotzdem arbeiten) wir machen einen Dreitagesausflug nach Mingacevir. Ich habe dann bei der Spanierin Helena angerufen und gesagt dass wir zwei freiwillige aus Baku sind und gefragt ob wir ein paar Nächte dort bleiben können. Das war ziemlich merkwürdig für mich, schließlich kennt sie uns ja überhaupt nicht. Wir sind dann in einen kleinen Bus gestiegen und 5 Stunden über holprige Straßen und an Schafherden und bergen vorbei nach zentralaserbaidschan wo es viel grüner ist als in Baku, und nicht so kalt wie in den Bergen. Helena und Benedikt aus Island sind super nett. Sie sind schon seit 10 Monaten in Aserbaidschan und arbeiten in einem Jugendcenter ähnlich wie unseres. Die Wohnung war klein nur 2 räume ein Wohnzimmer mit Küche im Wintergarten und sie teilen sich ein doppelbett im winzigen Schlafzimmer aber für mich war es total schön zu sehen wie wohnlich dort alles ist. Die Regale sind voll mit Büchern und Zeugs es hängen Fotos zettel und Bilder von den azerikindern an den Wänden und es sieht nicht so hotelmäßig aus wie in unserer Wohnung. Wir haben zwar nicht sooooo viel von der Stadt gesehen; Nur den Fluss und den riesigen See ( so wie der Vännernsee in Schweden) wo man das gegenüberliegende Ufer nicht sehen kann und eine kleine Galerie und den Bazar natürlich in dem man alles wirklich alles kaufen kann was es nur gibt, aber für mich war es total gut zu sehen wie freiwillige leben die schon länger hier sind und sich richtig eingelebt haben. Außerdem ist es immer interessant neue Leute kennenzulernen die aus einem anderen Land kommen, deren Motivation zu hören hierherzukommen, oder ihre Erfahrungen mit den aserbaidschanischen Arbeitsmethoden zu hören. Dort haben wir auch eine gruppe Amerikaner getroffen die mit peace Corps unterwegs sind. Das ist eine Organisation aus den USA die Leute egal welchen Alters für 2 Jahre verschickt. Wir haben ca. 8 von ihnen getroffen von denen einige schon fast 2 Jahre andere erst 2 Wochen hier sind. Und ich habe das erste Mal Baseball gespielt auf einer Wiese mit Schafen plus hirte im Hintergrund. Sehr lustig.
2. Wir haben und bei Couch Surfing angemeldet. Das ist eine Homepage wo man seine Couch für Touristen anbietet und im Moment haben wir vier Gäste hier die im Wohnzimmer auf dem Sofa einer Matratze und dem Boden schlafen. Ein Mädchen aus Dänemark, die weiter will nach Kasachstan und ein Mädchen aus North Dakota die mit Peace Corps 2 Jahre in Kirgistan war und noch mehr sehen will bevor sie zurückgeht, aber vielleicht geht sie gar nicht zurück weil ihr das Reisen so gut gefällt und in diesem Moment wo ich das hier schreiben hat sie ein Telefongespräch mit einer polnischen Firma die ihr vielleicht einen Job in St. Petersburg anbietet… und zwei Typen aus USA die irgendwie schon überall waren und der eine will weiter nach Armenien aber wir haben ihm geraten zuerst nach Georgien zu fahren weil die Grenze zu Armenien ja geschlossen ist er ist aber Sylvester in Berlin und vorher noch in Spanien . Und der andere will weiter in Richtung Iran und ist zum neuen Jahr in Indien. Also die scheinen alle nicht genug vom reisen zu bekommen und sind natürlich alle Backpacker……J
3. Vorgestern haben wir die anderen französischen freiwilligen in Baku getroffen, die mit Marion zusammenleben aber erst seit ein paar Wochen hier sind. Ich frage mich warum Emin uns nicht über sie informiert hat. Sie sind zwar in einer anderen Organisation aber auch über evs hier……naja jedenfalls waren wir abends bei einem azerifreund von Marion eingeladen. Seyfi`s Haus ist enorm man kommt von der Straße durch eine kleine unscheinbare Tür in einer hohen Mauer auf das Grundstück. Vorher muss man aber unbedingt klingeln damit der Wachhund in den Zwinger gebracht werden kann (der ist echt gefährlich und ausgebildet Eindringlinge anzugreifen). Das Haus ist auch für eine Villa ziemlich groß und hat vielleicht 400 Quadratmeter aber es ist irgendwie nicht schön. Es ist ich glaube ziemlich neu und hat wenig und kleine Fenster und ist sehr spärlich möbliert. Ich glaube, dass Seyfi’s Eltern das extra so eingerichtet haben, damit es moderner und europäischer wirkt, weil die traditionell eingerichteten aserbaidschanischen Wohnungen total überfüllt und kitschig sind. Ist ja auch egal jedenfalls war es ein richtig netter Abend Seyfi spricht sehr gut französisch weil er in Strasbourg studiert hat und ich war mal wieder die einzige deutsche aber ich konnte sehr gut durchsetzen dass nur englisch gesprochen wurde. Aber es war ein echt schöner Abend, wir sind dort sozusagen versackt und haben schließlich auch dort übernachtet. Ich hatte richtig das Gefühl ich könnte auch in Deutschland oder sonst wo in Europa sein. Wenn man wo anders ist merkt man erst was man alles zu hause alles so selbstverständlich gemacht hat…J
4. Gestern war Emin bei uns um ein paar Sachen zu besprechen. Wir hatten immer noch nicht die Möglichkeit unser zweites Projekt zu starten also mit lokalen freiwilligen das Theaterforum zu entwickeln, aber morgen werden wir endlich mit ein paar Leuten reden und konkreteres planen. Unsere Pässe sind immer noch bei der Polizei, weil Emin vergessen hat sie abzuholen und so wie es im Moment aussieht werden wir die Wohnung in der wir jetzt sind nicht wechseln. Cicek und Camille arbeiten jetzt für die restliche zeit in einem Kinderheim am anderen Ende der Stadt und eine Wohnung im Centrum würde für sie 2h arbeitsweg bedeuten. Also kommt für uns jetzt nur eine Wohnung in der Mitte zwischen Theater und Kinderheim infrage so dass wir alle einen weg von einer Stunde zur Arbeit und einer Stunde zum Centrum haben. Die Wohnungen dort sind aber alle ähnlich und nicht unbedingt besser als diese. Wir kennen uns jetzt aber schon ziemlich gut aus in unserer Umgebung und ein erneuter wechsel hätte so nur Nachteile….mal sehen. ich bin trotzdem nicht ganz so zufrieden mit dieser Wohnung weil mein Zimmer recht dunkel und ungemütlich ist aber wenn ich weiß dass wir wirklich hierbleiben, kann ich ja Gardinen etc. kaufen und es mir ein bisschen gemütlicher machen.
5. Im Theater läuft es langsam ganz gut. Wir können schon ein wenig Azeri und so klappt die Kommunikation besser. Gestern haben wir das erste mal wirklich etwas gemacht, nämlich tanzen gelernt. Es gibt ein Stück, dass schon fertig ist und auch schon aufgeführt wird. Trotzdem hat man uns gefragt ob wir noch mitmachen wollen, und da am Anfang getanzt wird (warum auch immer) müssen wir jetzt die Choreographie lernen. Eigentlich ist das nicht gerade das was ich mir unter meinem Projekt vorgestellt habe, aber wenigstens können wir jetzt etwas tun und sitzen nicht nur rum. Die Franzosen die wir kennengelernt haben, Regis und Benouar sind auch total nett und ich denke wir werden in nächster zeit öfter was mit ihnen machen. Es ist nicht so einfach einheimische Leute richtig kennenzulernen, weil die Mädchen ziemlich unselbstständig sind und selbst wenn sie hier studieren und ihre Eltern nicht in Baku leben, sie nicht ausgehen, wenn jungen dabei sind und ihr leben meist aus uni, Jugendcenter und zu Hause sein besteht. Außerdem interessieren sich die meisten nur für Klamotten make up, Geld und dafür einen Ehemann zu finden und für uns ist es schwierig interessante Gesprächsthemen zu finden, wenn das erste kennenlernen vorbei ist. Allerdings bei den Leuten von Theater ist das anders. Ich mag sowohl die Jungs als auch die Mädchen sehr gerne nur wirklich unterhalten kann man sich nicht, weil si kein Englisch sprechen aber wenn wir fleißig Aseri lernen ändert sich das hoffentlich bald.
Aber in Großen und Ganzen ist alles besser schöner und vertrauter geworden, ich mag die Stadt und die Leute, verstehe mich immer noch sehr gut mit meinen Franzosen (sie bringen mir jetzt richtig französisch bei mit Zetteln an der Wand und Vokabeln in der Toilettentür), und ich langweile mich nicht wirklich, weil ich mir von der deutschen Kapellmeisterin hier deutsche Bücher ausleihen durfte…
Johanna sagte,
November 11, 2008 um 10:09 pm
Hej Nina!!! Ich freue mich so dein Blogg zu lesen!! Wow du bist wirklich in Aserbadjan.. Habe mich auch gefreut das du von den Vänern geschrieben hast
Hier in Uppsala hat es schon geschneit
leider regnet es jetzt wider.. aber ich und meine freundinen trenieren schon für das Vasalauf!! (heuer werden wir das ganze fahren! 90km auf Schi.. hm) Ich habe jetzt ganz ganz viel zu studieren aber sont ist alles sehr schon hier bei mir
aber übermorgen fahren mammi und pappi nach Nepal für 6 Monate.. Wir sehr spannend für ihnen aber wir werden sie vermissen.
Alles bestens, Gottes segen und Grosses KRAM zu dir
Johanna